
8. März 2012
Der Umfang der Refinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank (EZB) ist seit Mitte 2011 massiv angestiegen. Ein wichtiger Treiber waren die zwei 3-Jahres LTROs (longer-term refinancing operation), welche die EZB Anfang Dezember 2011 bekannt gab. Durch diese geldpolitische Maßnahme konnten sich europäischen Banken Ende Dezember 2011 und Ende Februar 2012 für drei Jahre unlimitiert Geld von der EZB leihen. Der zu zahlende Zinssatz wird dem durchschnittlichen Zins der regulären Refinanzierungsgeschäfte über die Laufzeit entsprechen (derzeit 1%). Der Gesamtumfang der EZB-Refinanzierungsgeschäfte stieg aufgrund der zwei 3-Jahres LTROs bis Anfang März deutlich auf EUR 1130 Mrd.
Der Anteil deutscher Banken an Refinanzierungsgeschäften der EZB ist dabei von gut 50% Anfang 2007 relativ kontinuierlich auf etwa 6% im Januar 2012 gefallen (mit einem Tiefpunkt von 3 ½% im November 2011). Zwar könnte der Anteil deutscher Banken mit dem zweiten LTRO wieder leicht gestiegen sein (Daten der Bundesbank werden Ende März veröffentlicht); angesichts der Größe der deutschen Volkswirtschaft bliebe er aber selbst dann gering.
Dafür gibt es mehrere (zusammenhängende) Ursachen: