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Mehr Anstrengungen bei F&E der Unternehmen notwendig

1. Juni 2012

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Die südeuropäischen Länder brauchen Wachstum, nicht zuletzt um ihre Staatsverschuldung nachhaltig zurückzuführen. Neben Strukturreformen und Privatisierungen gilt es, die Bedingungen für Innovationen zu verbessern sowie die Zahl der Gründungen und das Wachstum von Hochtechnologie-Unternehmen zu erhöhen. Der europäische Vergleich zeigt, dass Länder wie Griechenland und Portugal, aber auch Italien und Spanien deutlich schlechtere Bedingungen für Innovationen aufweisen als der EU-27-Durchschnitt. Dies belegt der jüngst veröffentlichte Innovationsindex der Europäischen Kommission. Das sog. Innovation Union Scoreboard wertet 24 Einzelindikatoren aus und untersucht u.a. die Ausgaben der Unternehmen für Forschung und Entwicklung (F&E). In Italien, Spanien und Portugal machten 2010 die unternehmerischen F&E-Ausgaben nur 0,7% des BIP aus, in Griechenland magere 0,2% (2007). Dabei haben insbesondere Portugal, aber auch Spanien ihre unternehmerischen F&E Ausgaben seit der Jahrtausendwende bis zum Beginn der Finanzkrise steigern können (+ 0,4 %-Punkte bzw. +0,2). In Griechenland und Italien ist hingegen bis 2007 kaum ein Zuwachs zu verzeichnen.

Zwar sind die F&E-Ausgaben auch ein Spiegel der Wirtschaftsstruktur eines Landes: besonders in Griechenland und Portugal haben traditionelle Industrie- und Dienstleistungsbranchen, wie z.B. die Textilindustrie in Portugal oder die Tourismusbranche in Griechenland, ein hohes Gewicht; diese Branchen sind aber nicht forschungsintensiv. aDennoch gibt es viel zu tun. Forschung und Entwicklung sind zunächst einmal Aufgaben der Unternehmen selbst. Die Politik kann aber unterstützen, z.B. durch den Aufbau von Technologiezentren oder die Förderung der Vernetzung der Unternehmen untereinander und mit universitären und / oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Auch der Aufbau von Institutionen, die im Bereich der anwendungsorientierten F&E arbeiten, hat hohe Priorität. Diese Aufgaben sollten heute bereits auf der politischen Agenda stehen, damit sie künftig die Rahmenbedingungen für Innovation und Wachstum stärken.

 

Siehe auch:
Griechenland, Irland, Portugal: Mehr Wachstum durch Innovationen;
EU-Monitor Nr. 89, 16. November 2011

 

 

 

 

 

 

 


 
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