
11. Juli 2012
Der Medienkonsum wächst weiter an. Der durchschnittliche Deutsche konsumiert täglich mehr als 500 Minuten (also bald 8 ½ Stunden) Fernsehen, Radio und Internet – oft auch parallel. Seit 2000 stieg die Nutzung dieser drei Medientypen damit um 1,5% pro Jahr. Während der Fernsehkonsum heute immer noch an der Spitze steht und in den vergangenen Jahren auch leicht zunahm (durchschnittliches Wachstum seit 2000: +1% p.a.), ging der Radiokonsum leicht zurück (-0,6% p.a.). Demgegenüber liegt die große Dynamik – wenig überraschend – beim Internet (+15% p.a.).
Diese Zahlen mögen hinsichtlich der absoluten Höhe erstaunen. Sie gelten allerdings nur für den Durchschnittsbürger und geben demnach auch nur einen kleinen Eindruck vom Wandel, der sich in der Medienbranche mit dem Voranschreiten von Digitalisierung und nicht-linearen Angeboten tatsächlich vollzieht. Wohin diese Reise geht, zeigt beispielsweise die (hier nicht dargestellte) Mediennutzung der Jugendlichen. Bei den 14- bis 16-Jährigen ist nämlich heute bereits das Internet die allererste Wahl vor allen anderen Medientypen (Internet: 125 Min/Tag; TV: 114 Min/Tag). Hier verliert die klassische stationäre, lineare Nutzung gegenüber der mobilen nicht-linearen Nutzung (insb. Streaming) immer mehr an Bedeutung. Die Medienhäuser stehen also in der Pflicht, ihre lange bewährten, auf lineare Angebote fußenden Geschäftsmodelle fortzuentwickeln.
Siehe dazu auch
Verlage im Umbruch: Digitalisierung mischt Karten neu. Deutsche Bank Research. Aktuelles Thema 496.
Paradigmenwechsel in der Medienwirtschaft: Medienpolitik definiert neue Grenzen. Deutsche Bank Research. Aktueller Kommentar.
Medienwirtschaft vor größtem Umbruch seit Gutenberg: Der Medienkonsument auf dem Weg zum Medienmacher. Deutsche Bank Research. E-conomics 59.