Deutsche Bank Research
Makroökonomie
Hier finden Sie Analysen zur deutschen und globalen Wirtschaft und dem nationalen und internationalen Finanzmarktgeschehen. Neben Konjunktur- und Finanzmarktprognosen stellen wir auch Analysen zu strukturellen und langfristigen Fragen vor.
Deutschland-Monitor
Krümel oder Kuchen – wie stark profitiert Frankfurts Immobilienmarkt vom BREXIT?
Die Frage nach den Folgen des Brexits für die EU, Großbritannien und Deutschland dürfte noch für einige Zeit unbeantwortet bleiben. Zu hoch ist die politische Unsicherheit und die Austrittsszenarien reichen von einer Trennung im Streit bis hin zu einem zweiten Referendum. Aktuell darf man aber davon ausgehen, dass Frankfurt einer der Gewinner des Brexits ist. Angesichts der Größenverhältnisse zwischen London und Frankfurt könnten Londoner Krümel schon Frankfurter Kuchen sein. Mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Frankfurt dürfte auch die Immobiliennachfrage anziehen. Am Frankfurter Büromarkt ist das zusätzliche Nachfragepotential willkommen, gleicht es doch strukturell bedingte Nachfragerückgänge im Finanzsektor aus und führt tendenziell zu einem weiteren Leerstandsabbau und steigenden Mieten. Eine unterstellte Zuwanderung von 5.000 Bürobeschäftigten dürfte insbesondere in innenstadtnahe und hochpreisige Teilmärkte erfolgen. Da sich auf diese Teilmärkte auch die Neubautätigkeit konzentriert, werden positive Nachfrageeffekte allerdings verwässert. Am Frankfurter Wohnungsmarkt zeichnen sich durch eine mögliche Zuwanderung von Arbeitskräften infolge der bestehenden Nachfrageüberhänge eher Nachteile ab. Die Preisdynamik und das Wohnungsdefizit bleiben auf absehbare Zeit hoch. 5000 zusätzliche Wohnungen und ein entsprechend hohes Wohnungsdefizit dürften die Preise um mehr als EUR 100 pro m² erhöhen. Dank Niedrigzinsumfeld sind Kaufpreise zwar weiterhin erschwinglich, hängen aber stark von der künftigen Zinsentwicklung ab. [weiter]
Ausblick Deutschland
Ausblick Deutschland: Schwache Industrieproduktion dämpft Lohnwachstum
Das deutsche Lohnwachstum verlangsamte sich im ersten Halbjahr 2016 und einige Faktoren dürften auch einer Erholung im Jahr 2017 im Weg stehen. Aufgrund eines Mismatches von Qualifikationen sowie erheblichen Immigrationsströmen hat der Arbeitskräftemangel nur begrenzt Auswirkungen. Ein höherer Reallohnzuwachs hat die Lohnstückkosten hochgetrieben und die Rentabilität von Unternehmen belastet, welche außerdem durch geringes Produktivitätswachstum geschwächt sind. Zurückhaltende Tarifabschlüsse in 2016 sehen lediglich ein durchschnittliches Lohnwachstum von 2% für 2017 vor. Trotz des Anstiegs des gesetzlichen Mindestlohns um 4% dürfte die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung nur um 2 ½% ansteigen. Im nächsten Jahr dürfte das Wachstumstempo bei der Industrieproduktion in Deutschland nach unserer Prognose auf real 0,5% sinken. Hinsichtlich der Produktion der großen deutschen Industriebranchen erwarten wir für 2017 keine größeren Ausreißer. Ebenfalls in dieser Ausgabe: „EZB: Entschieden wird im Dezember.“ [weiter]
Globaler Ausblick
Die Welt nach dem Brexit
Allmählich legt sich der Staub, den der Brexit weltweit aufgewirbelt hat, und wir können so unsere Konjunkturprognosen für das kommende Jahr unter den neuen Vorzeichen überarbeiten. Trotzdem sind unsere Einschätzungen mit noch größeren Unsicherheiten als üblich behaftet, und wir müssen hinter alle unsere Zahlen große Fragezeichen setzen. Insgesamt gehen wir jedoch davon aus, dass der überraschende Ausgang des Referendums im kommenden Jahr nur sehr begrenzte negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird. Im Vergleich zu unserem Ausblick von Dezember 2015 haben wir unsere Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr um einige Zehntelprozentpunkte nach unten genommen, was aber nur zum Teil auf den Brexit zurückzuführen ist. [weiter]
Neueste Publikationen und Beiträge
02.09.2016
BIP-Wachstum, Finanzierungssaldo; Leistungsbilanzüberschuss; Privatanleger; Deutsche Industrie; EZB
27.07.2016
Weniger Insolvenzen in deutscher Industrie, Hypothekenkredite, Wohnungsmarkt, EZB
28.01.2016
Deutsches BIP-Wachstum, Lohnrunde 2016, EZB
Standpunkt
Die dunklen Seiten des QE: Vergemeinschaftung von Schulden durch die Hintertür, Enteignung der Sparer und Blasenbildung
Das Eigenlob der Europäischen Zentralbank für Ausmaß und Kreativität ihrer Geldpolitik seit 2012 ist zunehmend unangebracht. Tatsache ist vielmehr, dass der Euroraum seit der berühmten „Whatever it takes“-Rede von Herrn Draghi im Jahr 2012 kaum Wachstum, dafür aber die schlechteste Arbeitsmarktentwicklung aller wichtigen Industrienationen, nicht tragfähige Verschuldungsquoten sowie eine weit hinter dem eigenen Ziel zurückbleibende Inflation verzeichnet. Die Argumente für die Intervention der EZB werden zunehmend schwächer, mittlerweile dominieren die negativen Folgen. Dieser Artikel befasst sich mit fünf Schattenseiten der aktuellen Geldpolitik. [weiter]
Aktueller Kommentar
Negative Leitzinsen – die Zweifel nehmen zu
Die Debatte, ob negative Leitzinsen (Negative Interest Rate Policy, NIRP) den geldpolitischen Transmissionsmechanismus unterstützen oder ihn belasten, wogt weiter. Nachdem die BIZ und viele andere – unter anderem auch wir – schon lange vor der ungebremsten Öffnung der geldpolitischen Schleusen und den Nebenwirkungen negativer Notenbankzinsen warnen, hat jetzt auch der Chef der englischen Zentralbank, Mark Carney, negativen Zinsen eine klare Absage erteilt, obwohl er nach dem Brexit-Schock mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, ein Abgleiten der britischen Wirtschaft in die Rezession zu verhindern. Sein im August auf den Weg gebrachtes Maßnahmenpaket hat die Markterwartungen deutlich übertroffen, Minuszinsen hat Carney aber mit Hinweis auf die negativen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte ausgeschlossen. [weiter]
Welt-Prognosekarte
Prognosen im Überblick
...zu den Prognose-Tabellen
 
BIP (% gg. Vj.)
2014 2015P 2016P
USA 2,4 2,6 1,5
Japan -0,1 0,6 0,7
Euroland 1,2 1,9 1,6
Deutschland 1,6 1,7 1,9
Frankreich 0,7 1,2 1,3
Italien 0,1 0,7 0,9
Großbritannien 3,1 2,2 1,9
Australien 2,8 2,4 3,1
Russische Föderation 0,7 -3,7 -0,5
China 7,3 6,9 6,6
Indien 7,0 7,2 7,0
Kanada 2,6 0,9 1,2
Brasilien 0,5 -3,8 -3,4
 
 
 
Der DBIX
Deutsche Bank Research kommentiert bei der Deutschen Welle. 
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