Deutsche Bank Research
Wirtschafts- und Europapolitik
In diesem Bereich geht es um Analysen von und Kommentaren zur europäischen (und insbesondere deutschen) Wirtschafts- und Finanzpolitik. Ein Schwerpunkt bildet die institutionelle Entwicklung der EU, vor allem der Währungsunion, sowie ihrer einzelnen Politikbereiche.
Aktueller Kommentar
Geplante „Notbremse“ bei Sozialleistungen für EU-Wanderarbeiter: Neuinterpretation der Freizügigkeitsrechte?
Mit den kürzlich präsentierten Vorschlägen zur Gestaltung der künftigen Beziehungen der Europäischen Union mit Großbritannien hat der Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, eine vernünftige Basis für die dazu im Rat anstehenden Verhandlungen geschaffen. Insbesondere die vorgeschlagenen Restriktionen beim Zugang von EU-Bürgern zu Sozialleistungen in Partnerländern, mit denen der Präsident Großbritanniens Wunsch nach Schutz seiner Sozialsysteme beantwortet, dürften weithin beachtet und aus unterschiedlichem Blickwinkel bewertet werden. Einerseits könnten die Maßnahmen helfen, den oftmals beklagten „Sozialtourismus“ in der EU einzudämmen. Andererseits droht der als Notbremse apostrophierte Kernvorschlag, wonach Mitgliedstaaten zugewanderten Arbeitskräften Sozialleistungen für maximal vier Jahre verwehren können, ein wichtiges Element des Europäischen Binnenmarktes, das Verbot der Diskriminierung von Arbeitskräften aus Gründen der Nationalität, zu schwächen. [weiter]
Aktuelle Grafik
EU-Monitor
Investitionen und Wachstum stärken: Die Rolle der Förderbanken in Europa
Die Finanzkrise hat Förderbanken wieder verstärkt in den Fokus gerückt. Sie sind Teil des wirtschaftspolitischen Instrumentariums, um zyklische und strukturelle Schwierigkeiten in Volkswirtschaften zu überwinden, und ergänzen Finanzsysteme, indem sie deren Funktions- und Widerstandsfähigkeit erhöhen. Besonders in Europa hat zuletzt das Interesse an Förderbanken als Instrument zur Steigerung von Wachstum und Investitionen zugenommen. Angesichts des ökonomischen Umfelds und der Veränderungen auf den europäischen Banken- und Finanzmärkten dürften Förderbanken auch in den kommenden Jahren weiter eine wichtige Rolle spielen. Allerdings verlagert sich ihr Fokus von Krisenbewältigung (zurück) zur Unterstützung struktureller Veränderungsprozesse in Volkswirtschaften. Hierbei können Förderbanken eine nützliche flankierende Rolle spielen, indem sie Marktversagen adressieren. Risiken sind eine mögliche “Über(be)lastung” von Förderbanken sowie überzogene Erwartungen an deren Leistungsfähigkeit. [weiter]
Im Fokus
Kennzahlen update für die größten deutschen Familienunternehmen
Die Bedeutung der größten Familienunternehmen (Umsatz > als EUR 50 Mio) für die deutsche Volkswirtschaft ist ungebrochen. Während sie zahlenmäßig gerade einmal 0,1% aller Unternehmen ausmachen, erwirtschaften sie rund ein Fünftel aller Gesamtumsätze deutscher Unternehmen und beschäftigen rund ein Sechstel aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Sie verfügen über eine sehr gesunde Finanzierungsstruktur. In den vergangenen Jahren haben sie kontinuierlich ihr Eigenkapital erhöht und verfügen jetzt im Durchschnitt über eine Eigenkapitalquote von 37%, bei den industriellen Familienunternehmen beläuft sie sich sogar auf über 40%. Die Bankverbindlichkeiten sind in absoluten Werten weitgehend unverändert, allerdings ist die Quote angesichts des starken Eigenkapitalaufbaus auf 21,8% in 2013 zurückgegangen. [weiter]
Research Briefing
Das unternehmerische Umfeld in der Eurozone: Warum der Blick ins Detail lohnt
Die Qualität des unternehmerischen Umfelds ist ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. „Gute Regeln“ sichern funktionsfähige Märkte, erhöhen Effizienz und stärken Anreize für unternehmerisches Handeln. Im internationalen Vergleich schneidet die Eurozone gut ab, wobei sich in den Einzeldimensionen, insbesondere beim Insolvenzrecht und bei Kreditmärkten, Unterschiede zeigen. Einige Länder haben in den letzten Jahren deutliche Verbesserungen im unternehmerischen Umfeld verzeichnet, etwa Portugal, Slowenien und Lettland. Deutschland gehört bei vergleichsweise guten Ausgangswerten zu den Ländern mit wenig positiver Dynamik. Ein gutes unternehmerisches Umfeld dürfte nicht zuletzt für mehr Investitionen, wie beispielsweise über den EFSI angestrebt, förderlich sein. Entsprechend liefert der genauere Blick hier auch einen Baustein in der gegenwärtigen Reformdiskussion in Europa. [weiter]
Deutschland im Blick
 
 
Publikationen
Analysen zum Themengebiet Wirtschaftspolitik finden Sie in folgenden Periodika: 
Mittelstand
Data Flash Eurozone
(nur in Englisch) 
    Europawahl 2014
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