Deutsche Bank Research
Aktueller Kommentar
Trotz fallender Ölpreise läuft die Weltwirtschaft nicht wie geschmiert
Die Weltwirtschaft hat, gemessen an globalen Aktivitätsindikatoren, in den letzten Monaten an Dynamik verloren. Allerdings dürfte der Absturz der Ölpreise auf zuletzt nur noch USD 60 pro Barrel oder um 45% gegenüber Vorjahr (Brent Blend) der Weltwirtschaft insgesamt – zumindest temporär – kräftigen Rückenwind verschaffen. Durch den massiven Anstieg der Erdölproduktion in den USA – mittlerweile der größte Produzent der Welt – und die fehlende Bereitschaft der OPEC, ihre Förderquoten zu senken, hat sich das Überangebot am globalen Ölmarkt deutlich vergrößert. Selbst wenn, wie von uns erwartet, in den nächsten Monaten die Ölproduktion in der OPEC und anderswo angesichts des Preiseinbruchs gedrosselt werden dürfte, rechnen wir damit, dass der Durchschnittspreis für die Sorte Brent in 2015 bei USD 72,5 pro Barrel und damit um knapp 30 % unter Vorjahr liegen wird. [weiter]
Europäische Integration
Investitionen im Euroraum: Initiativen, Handlungsfelder, Erfolgsfaktoren
Europa leidet unter einer Wachstumsschwäche. Dies hat in den letzten Monaten eine rege Diskussion über Möglichkeiten ausgelöst, wie Investitionen in der Eurozone angefacht werden können. In einem schwachen reformpolitischen Umfeld kann der Appetit des Privatsektors auf Investitionen jedoch nicht steigen, da die Renditeerwartungen der Unternehmen niedrig bleiben. Einem alleinigen fiskalischen Impuls stehen wir daher skeptisch gegenüber. Wirksamer wäre eine Strategie, die einzelnen Ländern maximale haushaltspolitische Flexibilität zugesteht und zugleich den Druck auf die Umsetzung von Strukturreformen erhöht. In der aktuellen Lage erscheint es daher sinnvoll, Steuerungsmechanismen der makroökonomischen Koordinierung stärker zu verfolgen. Dies könnte ein günstigeres Reformumfeld schaffen, in dem Unternehmen wieder Interesse hätten, zu investieren. [weiter]
Globaler Ausblick
Rückenwind durch Ölpreisfall
Der stetige Anstieg des weltweiten Ölangebots hat die Preise für Ölprodukte auf ein Niveau sinken lassen, das die Konjunktur in zahlreichen Weltregionen moderat ankurbelt. Da die Ölpreise zunächst weiter zurückgehen sollten, bevor sie wieder langsam ansteigen, dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft 2015 auf moderate 3,6% und 2016 noch etwas stärker beschleunigen. In Europa und Japan dürfte das Wachstum in den kommenden beiden Jahren anziehen, wobei es aber in Europa relativ schwach bleiben und in Japan etwas über der Trendrate liegen dürfte. In unserem Basisszenario für die USA gehen wir für 2015 davon aus, dass die Realwirtschaft um über 3% wachsen wird, wozu die deutlich günstigere finanzielle Situation der privaten Haushalte ebenso beitragen sollte wie ein beträchtlicher Anstieg der Unternehmensinvestitionen und verstärkte Aktivitäten im Wohnungsbau. [weiter]
Deutschland im Blick
 
 
In eigener Sache
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