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Getrübtes internationales Umfeld dämpft Exportaussichten

Autor
Deutsche Bank Research Management
Stefan Schneider
Die deutschen Exporteure hatten in den letzten Jahren mit zahlreichen Störfeuern zu kämpfen. So waren die Ausfuhren nach Großbritannien, Russland und in die Türkei ungewöhnlich volatil und tendenziell rückläufig. Trotzdem legten Deutschlands Exporte insgesamt von 2012 bis 2017 mit durchschnittlich real mehr als 3% pro Jahr zu. Seit Beginn des Jahres 2018 hat der Handelskrieg zwischen den USA und China stetig an Schärfe gewonnen. Aus den Störfeuern könnte sich ein Flächenbrand entwickeln, wenn die USA weitere Importe aus China mit Importzöllen belegen und bestehende Zollsätze erhöhen sollten. Chinesische Vergeltungsmaßnahmen kämen dann wahrscheinlich hinzu.
Welthandel: Indikatoren deuten geringe Dynamik an
Welthandel: Indikatoren deuten  geringe Dynamik an
Quellen: CPB, ifo, IHS Markit, EC, Deutsche Bank Research
Die bis heute angekündigten und umgesetzten Maßnahmen haben die Stimmung nicht nur der deutschen Exportwirtschaft bereits kräftig gedämpft. Dies lässt sich am Absacken der Vorlaufindikatoren ablesen. So sind die standardisierten ifo-Exporterwartungen des Verarbeitenden Gewerbes und die standardisierten neuen Exportaufträge des globalen PMIs im Oktober 2018 in den negativen Bereich gerutscht. Ebenso gab der standardisierte Wettbewerbsindikator der EU-Kommission in den letzten Monaten deutlich nach und liegt nur noch leicht im positiven Bereich. Diese stark mit dem Welthandel korrelierten Indikatoren deuten darauf hin, dass das Wachstum des Welthandels deutlich nachgeben wird. Im August konnte noch ein Plus von fast 4% gegenüber Vorjahr verzeichnet werden (aktuell verfügbarer Wert), wobei wohl auch Vorzieheffekte angesichts der Zollerhöhungen eine Rolle gespielt haben dürften.
 
Die insgesamt recht geringe Dynamik beim Welthandel seit Ausbrechen der Finanzkrise dürfte aufgrund der neuen, auch strukturell wirkenden handelspolitischen Rahmenbedingungen vermutlich gedämpft bleiben. Die Wachstumsaussichten für die deutschen Exporte bleiben entsprechend ebenso verhalten. So erwarten wir für das laufende Jahr lediglich ein Exportwachstum von real 2,5%, also fast eine Wachstumshalbierung nach 4,6% im Jahr 2017.

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